Warum Stiftung Warentest unseriös ist

Und es ist mal wieder soweit, Stiftung Warentest (SW) hat einen neuen Katzenfutter Test veröffentlicht. In der Ausgabe Mai 2020 wurden Nassfuttersorten “getestet”.

 

Wie schon im Test vom März 2014 und Mai 2017 sind wieder zahlreiche Sorten auf den vorderen Plätzen des Tests, die wir nicht mal einer unserer Test-Katzen geben würden. Warum diese Marken in unseren Augen so schlecht sind erfahren Sie nun im Folgenden:

Erschreckend schlechter Testsieger

Gemäß dem Testbericht von Stiftung Warentest aus dem Jahr 2017 kostet eine Tagesration des Testsiegers Edeka nur 0,23 Cent.

In unseren Augen kann ein Futter mit hochwertigen Inhaltsstoffen und einem hohen Fleischanteil keinesfalls für solch einen günstigen Preis erhältlich sein, also sind wir geschwind in einen Edeka und haben uns eine 400g Dose des Testsiegers gekauft – Preis: 0,35 Cent.

Runtergechnet auf die Tagesration könnten die 0,23 Cent hinkommen. Im gleichen Kästchen erwähnt SW übrigens die Marken Kitekat und Whiskas, die bei uns sehr schlecht abgeschnitten haben, im SW Test aber – mal wieder – als sehr gutes Katzenfutter betitelt werden.

Schauen wir uns nun genauer die Zusammensetzung des Edeka Futters Zarte Stückchen mit Huhn in feiner Soße an:

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Huhn)
Getreide
Mineralstoffe
Zucker

Kein Angabe welche Tiere verarbeitet wurden

Die Deklaration ist so undurchsichtig, wie sie nur sein kann. Beim Fleisch und den tierischen Nebenerzeugnissen ist nur bekannt, dass es sich um 4% vom Huhn handelt. Der Rest könnte somit beispielsweise aus Schwein Bestandteilen oder dem Tier bestehen, welches gerade günstig auf dem Markt vorhanden ist.

 

Zudem ist nicht deklariert wie viel davon Fleisch und wie viel davon Nebenerzeugnisse sind, auch die Nebenerzeugnisse an sich sind nicht genauer deklariert, so könnten diese hautpsächlich aus Schlachtabfällen wie Klauen, Urin, Federn oder Ähnlichem bestehen.

Getreide und Zucker im “Testsieger”

Die Menge des Getreides ist bedauerlicherweise auch nicht ersichtlich.

 

Erschreckend an diesem Katzenfutter ist jedoch der zugesetzte Zucker. Zucker hat absolut nichts in einem guten und hochwertigen Katzenfutter zu suchen und wird nur dazu verwendet um das Futter schöner für den Katzenhalter aussehen zu lassen.

Edeka Testsieger im Napf

Fragliche Testkriterien bei Stiftung Warentest

Unternehmen mit guter Katzennahrung bemühen sich immer um eine sehr detaillierte Deklaration und können mit den Inhaltsstoffen quasi “angeben”, da sie wirklich gut sind. Das ist auch genau das, was wir in unseren Katzenfutter Tests bewerten. Bei solchen Deklarationen wie hier, muss man einfach vom Schlimmsten ausgehen. Allein das Getreide und der Zucker zeigen deutlich, dass es sich hier nicht um einen würdigen Testssieger handelt. Wie auch immer die genauen Testkriterien von Stiftung Warentest aussehen, es wird nicht geprüft wie relevant die Zutaten für eine artgerechte Katzenernährung sind.

Wissende Katzenbesitzer sauer über den Test

Katzenbesitzer die sich bereits im Vorfeld mit dem Thema artgerechter Katzenernährung auseinandergesetzt haben sind nun entsprechend entrüstet über das Testergebnis. Auf der offiziellen Seite des Testberichtes (Stand 26.04.2017) entrüstet sich beispielsweise der User reptilex über die gute Platzierung von Kitekat und die schlechten Platzierungen der eigentlich guten Katzenfuttersorten wie Catz Finefood. Er fragt gleichzeitig auf ironische Weise, ob man mit Tierärzten zusammenarbeitet, die an kranken Katzen interessiert sind, da sie an diesen Geld verdienen können. – Ein Kommentar, worauf selbst Stiftung Warentest keine Antwort hat. Im Facebook Post der HAZ (Hannoversche Allgemeine Zeitung) sind die wissenden Katzenbesitzer ebenso entrüstet über das Testergebnis:
Facebook Screenshot
Facebook Screenshot

Unter anderem wird auch von Erfahrungen berichtet. Beispielsweise, dass man durch einen SW Test auf ein anderes Futter umgestiegen ist und dies dem Tier alles andere als gut getan hat.

 

Im Facebook Post von Radio BAYERN 3 geht es mit den Kommentaren weiter. Die negativen Kommentare gegenüber Stiftung-Warentest überwiegen und viele fragen sich, wie man auf solche Testergebnisse kommen kann, wo einem doch ein vernünftiger Menschenverstand gerade von diesen Katzenfuttern eher abraten würde.

Facebook Screenshot

Für alle die, die sich weiter zu diesem Thema belesen möchten, haben wir eine gute Quelle gefunden: StiWa Futtertest – warum du besser nicht auf ihn hörst


Der Beitrag stammt noch vom letzten Katzenfutter Test der SW, es sind jedoch so ziemlich die selben Knackpunkte im aktuellen Test zu finden.

Bild von Autorin: Sarah Strahberger
Autorin: Sarah Strahberger

Seit 2015 gehört sie als Fachjournalistin zum Team von katzenfutter-tests.net. Sie verfasst hochwertige Fachartikel und bewertet Katzenfutter ausschließlich anhand transparenter Testkriterien – fundiert undunabhängig.

Ihre Mission: Katzenhalter für die Bedeutung der Deklaration zu sensibilisieren.
Denn nur wer versteht, was auf der Verpackung steht, kann auch die Qualität eines Futters richtig einschätzen – und so die Gesundheit seiner Katze langfristig unterstützen.

Die drei besten Katzenfutter aus unseren Tests:

Anifit
Delice de Coeur
0/100
Score
RyCat
Bio-Ente
0/100
Score
Catz Finefood
N° 7 - Rind & Kalb
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