BARF bei Katzen

Die Katze gilt wohl unbestritten als jenes Raubtier, das seinem Ursprung in freier Wildbahn immer noch am ähnlichsten ist. Gegensätzlich zum Hund handelt es sich um einen reinen Fleischfresser. Der Trend zum Barf ist deshalb gerade für die kleinen Schmusetiger besonders geeignet. Für die Zufriedenheit der Tiere reicht es eben nicht aus, dem Hund Kauspielzeug oder der Katze einen Kratzbaum zu kaufen. Gesunde Grundernährung ist die Basis für alles.

Barf als gesunde Katzenernährung

Unnatürliche Ernährungsweise und seine Folgen

Die Werbung verbindet Fertigfutter mit einem langen und gesunden Leben. Dafür gibt es allerdings keine Garantie. Die meisten bedrohlichen Krankheiten unter der Hand des Menschen schlussfolgern aus der falschen Ernährung. Auch Allergien sind eine häufige Folgeerscheinung. Im Vergleich zum Hund vertragen Katzen eigentlich überhaupt keine Kohlenhydrate. Ausschließlich Proteine, wie beim Barf mit rohem Fleisch, entsprechen der natürlichen Vorgehensweise. Gerade die beliebte Form des Trockenfutters ist besonders bedrohlich. In freier Wildbahn wird der Flüssigkeitsbedarf einzig und allein über die Beute gedeckt. Die unübliche Aufnahme von Wasser resultiert nur in einer geringfügigen Akzeptanz. Hauskatzen leiden oftmals, ohne das Wissen des Halters, unter ständigem Durst. Der andauernde Mangel führt zu Nierenerkrankungen und einem verfrühten Tod. Kein Wunder, das jene Artgenossen, die einen Zugang nach draußen haben und Mäuse jagen, mit unter zwanzig Jahre werden, während reine Stubentiger schon sehr früh den Löffel abgeben.

 

Am Vorbild der zoologischen Gärten

Mit Hunden wurde weit mehr gezüchtet als mit Katzen. Sie könnten immer noch ohne die Anwesenheit des Menschen in vollkommender Selbstständigkeit überleben. Der natürliche Beutetrieb und das artspezifische Jagdverhalten sind nicht verloren gegangen. Genau wie bei Ihren etwas größeren Artgenossen in den zoologischen Gärten. Tiger, Leoparden und Löwen gehören eigentlich in die freie Wildbahn. Der Mensch schadet Ihnen nur. Aufgrund ihrer zunehmenden Seltenheit, durch Regenwaldabholzung und andere Umweltkatastrophen, erzielen sie als Ausstellungstücke nicht gerade einen unerheblichen materiellen Wert. Es stellt sich die Frage: Wenn die Behauptung der Werbung stimmt, dass im Fertigfutter alles für ein gesundes und langes Leben enthalten ist, warum werden dann nicht auch die teuren Raubkatzen auf dieser Basis versorgt? Das wäre vergleichsweise billiger und der Gewinn würde erheblich gesteigert. Hier arbeiten fundierte wissenschaftliche Experten, die diese Überlegung bestimmt niemals in Erwägung ziehen würden. Auch der Stoffwechsel unserer geliebten Hauskatzen ist auf die Rohfütterung ausgelegt. Alles andere ist schlichtweg nicht natürlich und ungesund. Wirklich artgerecht wäre in jedem Fall nur das richtige Jagen echter Beute.

 

Wissenschaftliche Studien

Selbstverständlich gibt es auch wissenschaftliche Studien, die sich direkt mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Die angeführten Behauptungen erfahren auf dieser Basis einen direkten Beleg. Es wurde nachgewiesen das Katzen und Hunde in der Lage sind Frischfleisch, wie beim Barf, schneller und komplett zu verdauen. Der Nährstoffbedarf wird schon mit wesentlich weniger Menge vollständig abgedeckt. Das Tier wirkt im Allgemeinen frischer und vitaler. Im Fertigfutter sind hingegen Ballaststoffe vorhanden, die nur in geringfügigen Mengen oder gar nicht umgesetzt werden können. Die Folge sind ständige Hungerattacken mit einer Neigung zum starken Übergewicht. Gerade innerhalb der oftmals eintönigen Wohnungshaltung nimmt die Lethargie und Bewegungsmüdigkeit ihren Lauf. Das langeweilige Leben wird frühzeitig beendet.

Katzen barfen

 

Positive Wirkung einer artgerechten Fütterung

Die positive Wirkungsweise des Fütterns von Frischfleisch macht sich sowohl bei Hunden als auch bei Katzen schnell bemerkbar. Ständige Probleme bei der Verdauung hören endlich auf. Durch die optimale Nährstoffversorgung nimmt auch die Freude an der Bewegung wieder zu. Die Veränderung kann auch durch die äußere Erscheinung deutlich wahrgenommen werden. Das Fell der Katze bekommt eine seidig glänzende Oberflächenstruktur. Da keine zucker- und stärkehaltigen Bestandteile mehr aufgenommen werden, nimmt der Zahnstein deutlich ab. Das Fressen macht wieder Spaß. Das Wesen wird ausgeglichener und die körperliche Statur erscheint muskulöser und schlanker, wie es sich für einen echten Jäger gehört.

 

Von Anfang an die richtige Ernährung

Um die schlimmen Folgeerkrankungen gar nicht erst entstehen zu lassen, empfiehlt es sich von Anfang an richtig zu füttern. Das sensible Immunsystem wird auf diese Weise gestärkt. Zivilisationskrankheiten, die durch die Haltung des Menschen hervorgerufen werden, haben keine Chance mehr. Diabetes, Leber- und Nierenstörungen sind im zunehmenden Alter mit höchster Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Der Weg ist frei für ein langes und gesundes Leben. Kein Wunder, das immer mehr verantwortungsvolle Züchter dringend zum Barfen raten.

 

Das richtige Fleisch

Bei der Wahl des richtigen Fleischs hilft ebenso die Orientierung an den natürlichen Verhaltensweisen. Eigentlich gehen Katzen auf die Jagd nach kleineren Beutetieren wie Mäusen, die sich ausreichend mit Proteinen versorgen. Bei der industriellen Versorgung besteht ein Irrglaube in der Vermutung, dass die frische Alternative unbedingt teurer ist. Fisch ist den Gegebenheiten in freier Wildbahn wohl am ähnlichsten. Am ganzen Stück verabreicht, erwacht der Beutetrieb zu neuem Leben. Es gilt, allerdings die Vorlieben des Stubentigers zu bedenken. Aufgrund des gewohnten Verhaltens kann ein leicht verwunderter Blick, die erste Folge seien. Kleine geschnittene Stücke schaffen schnell Abhilfe. In dieser Form stellt auch Hühnchen, Ente, Kaninchen oder Hase eine erfolgsversprechende Lösungsoption.

 

17 Comments
  1. BARF bei Katzen haben wir bisher noch nicht ausprobiert, könnte aber mal eine interessante Abwechslung sein. Ich muss mich da wohl noch etwas genauer informieren – da ist ja z.B. das Thema Taurin, wofür es viele Produkte gibt, andere aber wieder davon abraten, da synthetisches Taurin bedenklich sein könne…

  2. Angesichts dessen, wie viele Inhaltsstoffe hitzeempfindlich sind (von Vitamin B12 über Lysin bis hin zu Taurin), finde ich regelmäßige Barf-Fütterung auch bei Katzen sehr wichtig. Zumindest sollte man sich über die Herstellungsmethode des Fertigfutters informieren, da gibt es ja Unterschiede. Manche Vitamine reagieren auch eher auf bestimmte Temperaturbereiche oder langes Erhitzen empfindlich – so wie das Garen im Wok als vitaminschonend gilt im Gegensatz zu langem Garen, und das vielleicht noch in Wasser, das dann noch weggeschüttet wird und einiges an Vitaminen ausgeschwemmt hat. Leider ist das Ganze echt eine Wissenschaft für sich, von daher schadet es sicher nicht, das Futter öfter mal zu wechseln. Positiver Nebeneffekt: man erzieht seine Katze nicht zu einem Marken-Junkie, der nichts anderes mehr frisst 😉

  3. Barf finde ich auch bei Katzen ideal. Diese Fütterungsform setzt allerdings eine gewisse Bereitschaft voraus, sich in die Materie einzuarbeiten und gegebenenfalls bestimmte Blutwerte ab und zu überprüfen zu lassen. Wenn das nicht gegeben ist, ist ein hochwertiges Fertigfutter sicher die bessere Wahl, bevor man Mängel riskiert. Aber auch dann ist es eine gute Idee, bei Gelegenheit mal ein Blutbild anfertigen zu lassen, wenn die Katze gesund ist – das bietet dann im Krankheitsfall einen individuellen Vergleichswert, bzw. sieht man gegebenenfalls frühzeitig, dass sich etwas anbahnt.

    • Mir ist Barf bei Katzen leider einfach zu aufwändig im Moment – da hätte ich Angst, irgendwelche Fütterungsprobleme zu verursachen. Daher setze ich derzeit lieber auf ein hochwertiges Nassfutter. Vielleicht habe ich ja mal die Zeit, mich genauer einzuarbeiten. Da es unserer Katze mit dem Futter aber bestens geht, sehe ich im Moment auch nicht die zwingende Notwendigkeit.

  4. Da ich derzeit oft ziemlich im Stress bin, habe ich mich in das Thema Barf bei Katzen noch nicht wirklich eingelesen. Euer Artikel ist aber eine gute Anregung, mich näher zu informieren, wenn ich im neuen Jahr dann endlich mal mehr Zeit dafür finde.

  5. Ich halte Barf bei Katzen für eine optimale Ernährungsform – solange der Katzenhalter bereit ist, sich ausführlich damit auseinanderzusetzen und sich vielleicht von einem entsprechend weitergebildeten Tierarzt, Tierheilpraktiker oder Fütterungsberater Tipps zu holen.

  6. Barf bei Katzen ist in meinen Augen eine tolle Sache – natürlich muss man sich entsprechend informieren. Aber gerade was das Thema Taurin und andere wichtige Stoffe angeht einfach optimal – so manche essentielle Vitamine sind hitzeempfindlich, da frage ich mich oft, wie viel davon dann noch ankommt bei der Katze, wenn sie Fertigfutter bekommt. Allerdings ist es wie bei vielem – es muss nicht unbedingt für jeden das Richtige sein.

  7. Ich möchte demnächst meine Katzen auch auf Barf umstellen, da ist euer Artikel schon mal ein guter Einstieg!

  8. Barf bei Katzen ist mir zu kompliziert, aber zum Glück finde ich bei euch ja viel Wissenswertes über hochwertiges fertiges Katzenfutter.

  9. Barf halte ich gerade bei Katzen mit für die beste Ernährung, ist aber natürlich etwas komplizierter, als einfach eine Dose aufzumachen. Wer sich da nicht einlesen möchte, sollte lieber bei einem guten Alleinfuttermittel bleiben.

  10. Barf habe ich bei Katzen bisher noch nicht ausprobiert. Im Moment haben wir leider keine eigene Katze, aber falls wir uns wieder eine holen sollten, würde ich es durchaus gerne mal mit Barf versuchen. Wichtig wäre mir hier auf jeden Fall, regelmäßig die Blutwerte kontrollieren zu lassen. Gerade bei Naturprodukten gibt es ja gewisse Schwankungen beim Vitamin- und Mineralstoffgehalt, und zumindest eine Wohnungskatze hat ja nicht die Möglichkeit, ihre Ernährung nach eigenem Gutdünken in die richtige Richtung anzupassen.

  11. Ich weiß nicht, ob Barf bei Katzen immer die optimale Lösung ist, bei unseren Katzen konnte ich zumindest mit unserem Fertigfutter bisher keinen Mangel feststellen, und wir hätten da gar nicht die Zeit und Lust dafür, uns groß damit auseinanderzusetzen und immer das ganze Zeug zu bestellen und zu schnippeln. Aber wenn man das Interesse hat, bestimmt eine sehr artgerechte Alternative.

    • Bestellen und Schnippeln muss man ja nicht zwingend. Zum Teil bekommt man entsprechende Barfzutaten auch vor Ort bei Futtermittelhändlern (z.B. in der Tiefkühltruhe), und das meist in einer Form, die kein Schnippeln mehr erfordert. Damit wird das Barf bei Katzen natürlich deutlich erleichtert. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass man lieber bei einem guten Fertigfutter (optimalerweise Nassfutter) bleiben sollte, wenn man keine Lust hat, sich gut ins Thema einzuarbeiten und ggf. auch regelmäßig die Blutwerte kontrollieren zu lassen. Wobei ich diese auch bei mit Fertigfutter ernährten Katzen sinnvoll finde, man muss das ja außer bei bestimmten Krankheiten ja nicht zu engmaschig machen. Da kann man ein sich eventuell abzeichnendes Ungleichgewicht schon frühzeitig feststellen und entsprechend gegensteuern, bevor es zu Krankheiten kommt.

  12. Ich finde das Thema Barf bei Katzen sehr spannend und muss mich da dringend mal ein wenig einlesen – würde es aber dann quasi nur Teilzeit durchführen und mit einem hochwertigen Nassfutter kombinieren.

  13. Barf bei Katzen finde ich sehr interessant, kann mich aus Zeitgründen aber leider nicht näher damit beschäftigen. Mit dem aktuellen Futter geht es unserer Katze aber auch gut. Vielleicht werden wir aber hier und da demnächst auch regelmäßig die eine oder andere rohe Mahlzeit integrieren.

  14. Barf finde ich bei Katzen optimal, ich ergänze es aber durch das Füttern von hochwertigem Nassfutter. Hier wechsle ich verschiedene für unsere Katze verträgliche Marken durch, um sie nicht zu sehr auf ein bestimmtes Futter zu gewöhnen und auf Nummer Sicher zu gehen. Mag sein, dass es aber durchaus Katzen gibt, die mit Dauerfütterung einer bestimmten Futtermarke am besten fahren. Unsere Katze fährt mit unserem Prinzip ganz gut und ist bisher immer gesund geblieben, auch die Zähne sehen sehr gut aus.

  15. Barf bei Katzen habe ich in meinem Umfeld bisher noch nicht mitbekommen – aber ich gebe meiner Katze hin und wieder auch mal etwas Rohes.

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